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Hostinger oder Hetzner: was 2,99 Euro wirklich kosten

Der beworbene Monatspreis wird nie monatlich gezahlt: 48 Monate im Voraus, danach das 3,3-Fache. Beide Anbieter am 25.07.2026 nachgerechnet, mit Quellen.

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Foto von Max Karastelev
One Man Show, alleine gegen den Rest der Welt

Du kennst den Moment. Ein Video über Technik, Design oder irgendein Werkzeug läuft, und mitten drin kommt der Einschub: sichert euch mit meinem Code zehn Prozent bei einem Hoster. Die Zahl klingt gut, der Code klingt nach Geschenk, und niemand rechnet nach.

Vorweg, damit die Sache sauber ist: Hier gibt es keinen Code. Ich bekomme für diesen Beitrag kein Geld, keine Provision und keinen Freimonat, und es steht kein Werbelink im Text. Ich bin trotzdem nicht neutral, und das gehört an den Anfang statt ans Ende. Ich verkaufe selbst Websites und Systeme und betreibe die Server dafür, ich bin also in diesem Markt unterwegs. Und meine eigene Infrastruktur läuft bei Hetzner. Wer das weiß, kann alles Folgende richtig einordnen.

Ich wollte für diesen Text wissen, ob die üblichen Vorwürfe gegen die günstigen Anbieter überhaupt stimmen. Also habe ich sie mit meinem KI-Team der Reihe nach geprüft, an den Originalquellen: Preisseiten, Warenkorb, AGB, Datenschutztexte, Zertifikate, Handelsregister. Drei der Vorwürfe, die ich selbst für gesetzt hielt, sind dabei durchgefallen. Die stehen weiter unten, mitsamt der Korrektur. Was übrig bleibt, ist deutlich unspektakulärer als jede Empörung, aber es kostet echtes Geld.

Kurz gesagt

Der beworbene Preis von 2,99 Euro pro Monat ist kein Monatspreis. Er gilt nur, wenn du 48 Monate am Stück buchst und den gesamten Betrag sofort bezahlst, also 143,52 Euro netto in einer Summe, mit Umsatzsteuer 170,79 Euro. Danach verlängert sich derselbe Tarif zu 9,99 Euro netto pro Monat, das ist das 3,34-Fache. Hetzner startet im Webhosting bei 1,60 Euro netto pro Monat, ohne Mindestlaufzeit und ohne Preissprung nach dem ersten Zyklus, verlangt dafür aber deutlich mehr Eigenständigkeit von dir. Über acht Jahre gerechnet stehen 623,04 Euro netto gegen 153,60 Euro netto, also gut das Vierfache. Alle Angaben mit Stand vom 25. Juli 2026, Quellen stehen am Ende.

Was der beworbene Preis wirklich ist

Der Tarif Premium steht mit 2,99 Euro pro Monat auf der Preisseite. Direkt unter der Preiskarte steht auch, was das bedeutet: „Erhalten Sie 48 Monate für 143,52 Euro (regulärer Preis 575,52 Euro). Verlängerungspreis: 9,99 Euro/Mon.” Wer kürzer bucht, zahlt mehr pro Monat, nämlich 3,09 Euro bei zwei Jahren, 3,19 Euro bei einem Jahr und 11,99 Euro, wenn er es tatsächlich monatlich haben will.

Genau hier liegt der Punkt, den fast jede Empfehlung unterschlägt. Der Monatspreis ist eine Rechengröße, keine Zahlweise. Hostinger sagt das selbst ganz offen: „Alle Pläne werden im Voraus bezahlt. Die monatliche Rate entspricht dem Gesamtpreis des Plans geteilt durch die Anzahl der Monate in Ihrem Plan.” Du zahlst also einmal 143,52 Euro und bekommst dafür vier Jahre. Im Warenkorb kommen 19 Prozent deutsche Umsatzsteuer dazu, macht 170,79 Euro, die sofort fällig sind. Alle beworbenen Preise sind Nettopreise, die Fußzeile sagt „Preisangaben ohne Mehrwertsteuer”. Ob dich das trifft, hängt davon ab, ob du die Umsatzsteuer zurückholen kannst. Wer vorsteuerabzugsberechtigt ist, also die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückbekommt, für den bleibt der Nettopreis der echte Preis. Wer Kleinunternehmer nach Paragraf 19 Umsatzsteuergesetz ist, keine Umsatzsteuer ausweist und deshalb auch keine Vorsteuer abziehen darf, zahlt die Bruttozahl aus eigener Tasche: aus 2,99 Euro werden 3,56 Euro, und aus dem Verlängerungspreis von 9,99 Euro werden 11,89 Euro.

Nach den vier Jahren kommt der eigentliche Preis. Premium verlängert zu 9,99 Euro netto, Unlimited zu 16,99 Euro, Cloud Startup zu 23,99 Euro, jeweils monatlich gerechnet und ohne Steuer. Beim Premium-Tarif sind das die erwähnten 3,34-fachen Kosten, bei Unlimited sogar das 4,26-Fache. In Summe: die ersten vier Jahre kosten 143,52 Euro netto, die nächsten vier Jahre 479,52 Euro netto. Verlängert wird automatisch, das ist die Voreinstellung, abgebucht wird bis zu 30 Tage vor Ablauf, und bei Monatsabos behält sich der Anbieter in den AGB ausdrücklich vor, vorher gar nicht per E-Mail zu erinnern.

Und jetzt die erste Korrektur, die ich mir selbst verpassen muss.

Korrektur eins: der Verlängerungspreis ist nicht versteckt

Ich bin mit der Annahme in die Recherche gegangen, dass der Preissprung im Kleingedruckten vergraben ist. Das stimmt nicht. Er steht als vollständiger Satz sichtbar unter jeder einzelnen Preiskarte und wird im Warenkorb noch einmal wiederholt. Wer das behauptet, hat die Seite nicht aufgemacht.

Kritisieren lässt sich trotzdem etwas, nur eben präziser: Die große Zahl auf der Karte ist ein Monatspreis, den niemand monatlich zahlt. Die kleine Zahl daneben ist der Preis, den fast jeder irgendwann zahlt. Beide Angaben sind ohne Steuer. Das ist erlaubt und offengelegt, und es lenkt die Aufmerksamkeit trotzdem sehr zuverlässig auf die Zahl, die am wenigsten mit deiner Kontobewegung zu tun hat. Meine Einschätzung dazu: sauber deklariert, aber die Darstellung als Monatspreis halte ich für irreführend.

Warum überall Rabattcodes herumliegen

Provisionen im Netz sind normal und völlig legal. Interessant ist nicht, dass sie fließen, sondern wofür genau.

Hostingers Partnerprogramm zahlt laut offizieller Seite ab 40 Prozent Provision, steigend mit dem Umsatz. Der verbindliche Partnervertrag präzisiert das: „Commission is paid only for the initial purchase of our services for 12 months and longer periods” und „No Commission will be granted for one-month hosting plans, renewal or upgrade of services bought by the clients.” Bei Umsatzbeteiligungen ist bei 300 US-Dollar pro Verkauf Schluss.

Übersetzt heißt das: Empfohlen wird der Abschluss, nicht der Verbleib. Die Provision entsteht bei deiner ersten langen Buchung und danach nie wieder. Kein Cent fließt dafür, dass du in Jahr fünf zufrieden bist, und keiner dafür, dass du die Verlängerung zu 9,99 Euro in Ordnung findest. Das erklärt zwanglos, warum immer der Vierjahrestarif beworben wird und warum die Empfehlung nach dem Kauf endet.

Bei Hetzner gibt es diesen Mechanismus schlicht nicht mehr. In der eigenen Dokumentation steht: „This referral program has since been discontinued, and participation is no longer possible.” Es gibt dort also niemanden zu bezahlen, und genau deshalb hast du den Namen wahrscheinlich noch nie in einem Sponsorenblock gehört.

Bekanntheit und Substanz sind eben zwei verschiedene Dinge. Die Firma gibt es seit 1997, sie betreibt nach eigener Darstellung mehrere hunderttausend Server in eigenen Rechenzentrumsparks und beschreibt sich als „einer der größten und zuverlässigsten Internet-Service-Provider in Europa”. Das ist Eigenwerbung, geschenkt. Schwerer wiegt, was von außen geprüft wird: Hetzner ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert, hat für die Cloud-Dienste ein BSI-C5-Testat Typ 2, und ist laut eigener Dokumentation vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als Betreiber kritischer Dienstleistungen nach der KRITIS-Verordnung eingestuft und nach Paragraf 8a BSI-Gesetz zertifiziert. Diese Einstufung trifft nicht jeden Hoster, sie greift ab einer Größe, bei der ein Ausfall über die eigenen Kunden hinaus wirkt. Solche Nachweise bekommt man nicht über Werbebudget, sondern über Audits.

Meine Lesart, und die ist ausdrücklich meine: Wer keine Provisionen zahlt, hat dieses Geld für etwas anderes übrig. Bei Hetzner sehe ich es im Preis und in der Technik. Der Preis ist dort nicht niedrig, weil an der Substanz gespart würde, sondern weil ein ganzer Kostenblock fehlt, den andere brauchen, um überhaupt gefunden zu werden.

Korrektur zwei: das mit der gemieteten Cloud stimmt nicht

Der zweite Vorwurf, den ich für gesetzt hielt: Die günstigen Anbieter hätten gar keine eigene Technik, sondern mieteten sich bei den großen Cloud-Konzernen ein. Ich habe das geprüft, und es lässt sich nicht belegen.

Richtig ist etwas anderes, und der Unterschied ist wichtig. Hostinger besitzt die Rechenzentrumsgebäude nicht, sondern stellt eigene Hardware in fremde Hallen. Das nennt sich Colocation, also Fläche, Strom und Kühlung mieten, Server selbst mitbringen. Zum deutschen Standort schreibt das Unternehmen von „100% renewable energy, provided by Digital Reality, the facility’s owner”, und die eigene Wissensdatenbank spricht von „Hostinger or our colocation partners”. Die Maschinen darin sind eigene, in Frankfurt laut eigener Beschreibung Dell PowerEdge mit AMD-EPYC-Prozessoren. Dazu kommt ein eigenes Netz unter der eigenen AS-Nummer AS47583, im europäischen Netzregister auf die zypriotische Gesellschaft eingetragen. Eine AS-Nummer ist die Kennung, unter der ein Betreiber eigenen Adressraum im Internet routet. Wer nur Kapazität bei einem Cloud-Anbieter mietet, hat so etwas nicht.

Und ja: Deutschland ist dabei. Seit Oktober 2024 gibt es einen Standort in Frankfurt am Main, laut Netzregister die Einrichtung von Digital Realty an der Hanauer Landstraße. Wer also sagt, da stünde nichts in Deutschland, liegt falsch.

Hetzner geht den Schritt weiter und betreibt die Gebäude selbst: eigene Rechenzentrumsparks in Nürnberg, Falkenstein und Helsinki, dazu Einzelstandorte in Ashburn, Hillsboro und Singapur. Das Unternehmen schreibt außerdem: „Wir entwickeln hauseigene Software, planen unsere Rechenzentren selbst und bauen einen Großteil unserer Server in Eigenregie.” Damit ist Systemintegration und Endmontage gemeint, nicht die Herstellung von Chips oder Festplatten. Auch das gehört zur Genauigkeit dazu.

Mit wem schließt du eigentlich den Vertrag?

Das ist für mich der interessanteste Unterschied, und er hat mit Technik nichts zu tun.

Ruf hostinger.de auf. Es gibt dort keine eigene deutsche Website. Die Domain antwortet mit einer dauerhaften Weiterleitung auf den deutschsprachigen Bereich von hostinger.com, und zwar für jede Adresse, die ich am 25. Juli 2026 probiert habe. Im Fuß der Seite steht ein Link namens „Impressum”. Er führt auf eine Seite mit der Überschrift „Informationen zum Registrar”, auf der eine litauische Gesellschaft steht, HOSTINGER operations, UAB in Vilnius, mit Telefon, E-Mail und drei Namen. Handelsregister, Registernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer stehen dort nicht. Und diese litauische Gesellschaft ist auch nicht dein Vertragspartner, sie ist die Stelle, die Domains registriert.

Dein Vertragspartner steht in den AGB. Abschnitt 2 der Fassung vom 15. Juli 2026 benennt für alle dort nicht eigens aufgeführten Länder „einschließlich aller EU-Länder” die HOSTINGER INTERNATIONAL LIMITED, eine Gesellschaft zypriotischen Rechts mit Sitz in Larnaka. Deutschland taucht in keiner der Ländergruppen namentlich auf, es fällt unter diese Auffangregel. Rechtswahl und Gerichtsstand sind Luxemburg, jeweils ausdrücklich nur, soweit dem keine zwingenden Vorschriften deines Heimatrechts entgegenstehen. Dieser Vorbehalt schützt allerdings Verbraucher. Wer geschäftlich bucht, und das tust du als Betrieb, kann sich darauf nicht berufen: für dich steht die Rechtswahl. Und maßgeblich ist ohnehin die englische Fassung, das schreibt der Anbieter seinen Rechtstexten selbst voran: übersetzte Fassungen seien „nicht rechtsverbindlich”.

Bei Hetzner ist das eine Zeile: Hetzner Online GmbH, Industriestraße 25, 91710 Gunzenhausen, Registergericht Ansbach HRB 6089, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE 812871812. Deutsche Gesellschaft, deutsches Register, deutsches Recht, deutsches Gericht.

Bevor daraus ein zu großer Satz wird: Das heißt nicht, dass beim einen alles rechtssicher und beim anderen alles rechtlos wäre. Die Datenschutz-Grundverordnung gilt in Zypern genauso wie in Bayern, und beide Anbieter bieten einen Auftragsverarbeitungsvertrag an, also die Vereinbarung, die du brauchst, sobald jemand fremde Daten für dich verarbeitet. Bei Hetzner musst du ihn aktiv abschließen, die AGB sagen ausdrücklich, er komme „nicht automatisch” zustande, es genügt ein Haken im Kundenkonto. Der Unterschied ist praktischer Natur: Wenn es schiefgeht, ist die Frage, wen du wo greifst, mit einem Handelsregisterauszug aus Ansbach schneller beantwortet als mit einer Auffangklausel und einem Gerichtsstand in Luxemburg.

Korrektur drei: Zertifikate sagen nicht das, was man denkt

Beide Anbieter sind nach ISO 27001 zertifiziert, dem internationalen Standard für Informationssicherheits-Management. Ein Zertifikat allein sagt aber nichts, entscheidend ist sein Geltungsbereich. Und der ist verschieden.

Hostingers Zertifikat nach ISO/IEC 27001:2022 wurde vom TÜV Thüringen ausgestellt, Nummer 1512124260, gültig bis 26. Juni 2027, Inhaber ist die litauische Gesellschaft. Der eingetragene Geltungsbereich umfasst Domainverkauf, Webhosting, VPS, Baukasten und E-Mail-Dienste, also die Dienste. Rechenzentren stehen nicht darin, was zur Colocation passt: die Hallen gehören jemand anderem.

Hetzners Zertifikat stammt von SOCOTEC Certification Deutschland, Nummer ZN-2025-35, gültig bis 26. September 2028, und der Geltungsbereich lautet: „alle Hosting-Dienstleistungen und die Rechenzentren.” Im Anhang stehen allerdings nur drei Standorte, nämlich Nürnberg, Falkenstein und Tuusula in Finnland. Ashburn, Hillsboro und Singapur fehlen. Wer also einen zertifizierten Standort will, muss ihn bewusst wählen. Dazu kommen bei Hetzner ein Testat nach BSI C5 und die Einstufung als Betreiber kritischer Dienstleistungen nach der KRITIS-Verordnung. Was Hetzner öffentlich nicht ausweist, obwohl es oft behauptet wird, ist eine Zertifizierung nach DIN EN 50600.

Was Hetzner dir überlässt

Jetzt der Teil, den ich nicht überspringe, weil du mir sonst den Rest auch nicht glauben müsstest. Nur ist das hier keine Mängelliste. Es ist eine Rollenverteilung, und sie ist bewusst so gebaut: Hetzner stellt die Maschine, alles darüber machst du. Für den einen ist das der Grund zu gehen, für mich ist es der Grund zu bleiben, weil mir dort niemand ins Handwerk pfuscht. Wer die Verantwortung aber nicht will, sollte trotzdem genau weiterlesen, denn jeder einzelne dieser Punkte kostet Geld oder Zeit, wenn man ihn übersieht.

Die Preise sind zum 15. Juni 2026 gestiegen, teils erheblich: der Cloud-Typ CAX11 von 4,49 auf 5,99 Euro, CX23 von 3,99 auf 5,49 Euro, CPX22 von 7,99 auf 19,49 Euro im Monat. Wer den Server schon vorher hatte, behält den alten Preis, aber nur solange er ihn in Ruhe lässt. Hetzner listet in der Cloud-FAQ auf, was den Wechsel auf den neuen Preis auslöst: ein Rescale, ausdrücklich unabhängig davon ob hoch oder runter, das Wiederherstellen eines gelöschten Servers, und das Verschieben in ein Projekt mit anderer Währung. Ein Rebuild und ein Umzug innerhalb derselben Währung lösen ihn nicht aus. Diese Fußnote ist teurer, als sie aussieht: Wer einmal kurz hochskaliert, um eine Lastspitze abzufangen, und danach wieder herunterskaliert, zahlt anschließend dauerhaft den neuen Preis, im Fall des CPX22 also fast das Zweieinhalbfache. Eine IPv4-Adresse kostet extra, 50 Cent im Monat in der Cloud. Cloud- und Root-Server sind unmanaged, das heißt: du bekommst eine leere Maschine. Wörtlich steht dort „We do not provide support for any software or operating systems”, Plesk, cPanel und Windows ausdrücklich eingeschlossen. Und Vorsicht bei den Backups: Im Webhosting-Paket sind tägliche Sicherungen enthalten, in der Cloud dagegen kosten sie 20 Prozent des Serverpreises extra, und die AGB legen die Sicherungspflicht ohnehin bei dir ab, ausdrücklich außerhalb des Servers. Ein abgeschalteter Server kostet weiter, nur das Löschen beendet die Abrechnung. Als Neukunde kannst du an einer Identitätsprüfung hängen bleiben. Und die vielzitierte Verfügbarkeit von 99,9 Prozent ist in den AGB eine Bemühensklausel für das Netz im Jahresmittel, keine Garantie für deinen Server; das separate Cloud-SLA entschädigt in Guthaben, das nicht ausgezahlt wird.

Zwei weitere Behauptungen, die ich oft lese und die schlicht falsch sind: Hetzner habe keine Ein-Klick-Installer und kein Managed-Angebot. Beides gibt es. Es existiert ein App-Katalog für die Cloud, und es gibt das Produkt Managed Server ab 4,90 Euro im Monat mit gepflegten Sicherheitsupdates, dafür ohne Root-Zugang. Richtig ist nur: im Cloud-Segment gibt es kein Managed-Angebot.

Nichts davon finde ich unfair, und deshalb steht hier auch kein Vorwurf. Hetzner verkauft Infrastruktur, keine Betreuung, und sagt das offen. Wer die Verantwortung übernimmt, bekommt im Gegenzug freie Hand und wird von keinem Baukasten und keinem Tarif eingezäunt. Genau dafür entscheide ich mich, und genau deshalb laufen meine Systeme dort.

Wo Hostinger die bessere Wahl ist

Der Einstieg ist dort objektiv leichter, und das ist kein kleiner Punkt. Das Bedienpanel setzt keine Vorkenntnisse voraus, es gibt einen Baukasten, es gibt WordPress mit automatischen Updates, und Backups sind im Paketpreis enthalten, wöchentlich im Premium-Tarif, täglich in den größeren. Der Support ist mehrsprachig und rund um die Uhr besetzt. Wer keine Serveradministration machen will und ehrlicherweise auch keine machen kann, bekommt hier ein fertiges Produkt statt einer leeren Maschine. Dazu ein deutscher Standort, ein eigenes Netz und ein Zertifikat von einem deutschen Zertifizierer.

Und eine Sache können beide nicht: dich ans Telefon holen. Bei Hetzner ist die Rechenzentrums-Hotline auf Dedicated Server mit aktiviertem Telefonpasswort beschränkt, allgemeine Anfragen laufen werktags von 8 bis 18 Uhr. Bei Hostinger habe ich auf den offiziellen Kontaktseiten am 25. Juli 2026 überhaupt keine Telefonnummer gefunden, der erste Kontakt läuft über einen KI-Assistenten. Wer im Ernstfall zwingend eine Stimme braucht, ist bei beiden falsch.

Die Zahlen nebeneinander

Alle Angaben vom 25. Juli 2026, Preise in Euro und ohne Umsatzsteuer, sofern nicht anders vermerkt. Preise und Bedingungen ändern sich, prüfe sie vor einer Buchung selbst nach. Die Quellen stehen am Ende des Beitrags.

Hostinger (Premium)Hetzner (Webhosting S)
Beworbener Preis2,99 Euro pro Monat1,60 Euro pro Monat
Bedingung dafür48 Monate Erstlaufzeitkeine
Sofort fällig143,52 Euro netto, 170,79 Euro bruttoMonatsbetrag
Preis nach Erstlaufzeit9,99 Euro pro Monatunverändert ausgewiesen
Gesamt nach 4 Jahren143,52 Euro netto, 170,79 Euro brutto76,80 Euro netto, 91,39 Euro brutto
Gesamt nach 8 Jahren623,04 Euro netto, 741,42 Euro brutto153,60 Euro netto, 182,78 Euro brutto
Mindestlaufzeit48 Monate für den Aktionspreiskeine
KündigungVerlängerung abschalten, keine anteilige Erstattung30 Tage zum Monatsende
VertragspartnerGesellschaft in Larnaka, ZypernGmbH in Gunzenhausen, HRB 6089 Ansbach
Recht und GerichtsstandLuxemburg, gewerblich ohne VerbrauchervorbehaltDeutschland
Standort DeutschlandFrankfurt, Fläche gemietetNürnberg und Falkenstein, eigene Parks
ISO 27001 gilt fürdie DiensteDienste und Rechenzentren, drei Standorte
Backupsim Paket, wöchentlichim Paket, täglich
Supportrund um die Uhr, kein Telefon gefundenMo bis Fr 8 bis 18 Uhr, Rechenzentrum rund um die Uhr
Provision für Empfehlerab 40 Prozent auf den Erstkaufkeine, Programm eingestellt

Die beiden Summenzeilen sind eine Modellrechnung zu den heutigen Preisen, keine Zusage. Bei Hostinger sind es die 143,52 Euro der Erstlaufzeit plus 48 weitere Monate zum Verlängerungspreis von 9,99 Euro, bei Hetzner schlicht 48 beziehungsweise 96 Monate zu 1,60 Euro. Nach vier Jahren liegt Hostinger damit knapp beim Doppelten, nach acht Jahren bei gut dem Vierfachen. Beide Anbieter behalten sich Preisänderungen ausdrücklich vor, Hostinger in den AGB mit dem Satz, die Gebühren der Verlängerung könnten höher oder niedriger liegen, Hetzner in Ziffer 1.3 mit Änderungen nach vorheriger Mitteilung. Hetzners Einrichtungsgebühr steht aktuell auf 0,00 Euro, wird aber als Aktion ausgewiesen.

Ein reiner Euro-Vergleich wäre trotzdem unehrlich, deshalb der Hinweis: Die beiden Pakete sind nicht identisch. Bei Hostinger ist eine Domain im ersten Jahr dabei, bei Hetzner ist sie nicht enthalten und kostet extra. Speicherplatz, Datenbanken und Postfächer unterscheiden sich ebenfalls. Rechne mit dem, was du wirklich brauchst, nicht mit der Überschrift.

Meine Einschätzung

Ab hier ist es Meinung, sauber getrennt vom Belegten darüber.

Für mich ist der Preis nicht der entscheidende Punkt, und das überrascht Leute meistens. Der entscheidende Punkt ist, wie schnell ich im Ernstfall handeln kann und wen ich dann greife. Meine gesamte Infrastruktur läuft auf einem eigenen Server bei Hetzner in Nürnberg, dort liegen die Seiten meiner Kunden, meine Datenbanken und meine Mailserver. Wenn nachts etwas kippt, hänge ich nicht in einer Warteschlange, sondern auf meiner eigenen Maschine. Wie es ihr geht, kann jeder jederzeit sehen, meine Statusseite liegt offen: status.maxone.one.

Deshalb hoste ich Kundenprojekte grundsätzlich auf meiner eigenen Infrastruktur in Deutschland und übernehme keine fremden Hosting-Zugänge. Nicht weil andere Anbieter schlecht wären, sondern weil ich für etwas geradestehe, das ich kontrolliere.

Was mich an der Rabattcode-Ökonomie wirklich stört, ist nicht der Anbieter. Es ist die Empfehlung, die für den Abschluss bezahlt wird und beim ersten echten Problem niemanden mehr interessiert. Ein Hoster ist keine Kaufentscheidung, sondern eine Beziehung über Jahre. Wer dir dazu rät und nur am ersten Tag daran verdient, hat den unangenehmen Teil nicht mitgedacht.

Für wen was passt

Wenn du eine überschaubare Website willst, dich nicht mit Servern beschäftigen möchtest, Backups und Updates automatisch laufen sollen und dir die vier Jahre Vorauszahlung nichts ausmachen, dann ist ein fertiges Paket wie bei Hostinger eine vernünftige Wahl. Setz dir eine Erinnerung drei Monate vor Ablauf, dann trifft dich der Preissprung nicht unvorbereitet.

Wenn du selbst administrieren kannst oder jemanden hast, der es tut, wenn du monatlich kündbar bleiben willst und Wert darauf legst, dass Vertragspartner, Gericht und Server im selben Land sitzen, dann ist Hetzner der ruhigere Weg, aber du übernimmst die Verantwortung für Betrieb und Sicherung selbst.

Und wenn du beides nicht willst, weder Baukasten noch Serveradministration, dann suchst du eigentlich keinen Hoster, sondern jemanden, der den Betrieb übernimmt. Das ist genau das, was ich mache, und darüber kannst du direkt mit mir sprechen.

Wie ich das geprüft habe

Ich habe für diesen Beitrag keine Testportale und keine Vergleichsseiten verwendet, weil dort fast überall Provisionen im Spiel sind. Alle Zahlen stammen von den Original-Preisseiten, aus den Warenkörben, den AGB, den Datenschutztexten, den Zertifikatsdatenbanken der Zertifizierer sowie aus den öffentlichen Handels- und Netzregistern, jeweils abgerufen am 25. Juli 2026. Wo ich etwas nicht am Original belegen konnte, steht es nicht im Text. Drei Behauptungen, die ich selbst mitgebracht hatte, sind an dieser Prüfung gescheitert und stehen oben als Korrektur.

Wie in jedem Beitrag hier gilt: Preise und Vertragsbedingungen ändern sich, teils wöchentlich. Wenn dir etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreib mir und ich korrigiere es und vermerke es in der Änderungs-Historie unten. Wie KI bei mir eingesetzt wird, steht offen auf der Seite KI-Transparenz.

Wenn dich interessiert, warum ich auch beim Baukasten für Websites einen anderen Weg gehe, steht das hier: Warum ich kein WordPress mehr verwende.

Quellen

Alle Links abgerufen am 25. Juli 2026.

Hostinger, Preise und Vertrag: Preisseite Webhosting, Warenkorb Premium über 48 Monate, Universal Terms of Service, maßgebliche englische Fassung, deutsche AGB mit dem Vorrang-Hinweis, Länderliste zu Abschnitt 2, Rückerstattungsrichtlinie, als Impressum verlinkte Registrar-Information, Datenschutzrichtlinie.

Hostinger, Technik und Zertifikat: Serverstandorte in der Wissensdatenbank, Ankündigung des Frankfurter Standorts, Netzregister-Eintrag zu AS47583, ISO-27001-Zertifikat beim TÜV Thüringen, Partnerprogramm-Vertrag.

Hetzner: Impressum, AGB als PDF, Webhosting-Preise, Über uns, Gründungsjahr und Selbstbeschreibung, Rechenzentren und Standorte, ISO-27001-Zertifikat als PDF, Informationssicherheit, BSI C5 und KRITIS, Preisanpassung vom 15. Juni 2026, Cloud-FAQ: Abrechnung, Backups und welche Aktionen den Altpreis verfallen lassen, Supportzeiten, eingestelltes Empfehlungsprogramm.

Häufige Fragen

Was kostet Hostinger nach der ersten Vertragslaufzeit?
Der Tarif Premium verlängert sich zu 9,99 Euro netto pro Monat, das sind 11,89 Euro brutto. Der beworbene Einstiegspreis von 2,99 Euro netto gilt nur für die erste Laufzeit von 48 Monaten. Der Sprung beträgt damit das 3,34-Fache. Wer als Kleinunternehmer keine Vorsteuer abziehen kann, zahlt die Bruttobeträge. Stand der Preisseite: 25. Juli 2026.
Muss ich bei Hostinger die ganze Laufzeit im Voraus bezahlen?
Ja. Hostinger schreibt selbst: alle Pläne werden im Voraus bezahlt, die Monatsrate ist nur der Gesamtpreis geteilt durch die Monate. Beim Tarif Premium über 48 Monate sind das 143,52 Euro netto in einem Betrag, im Warenkorb mit deutscher Umsatzsteuer 170,79 Euro. Stand: 25. Juli 2026.
Wo stehen die Server von Hostinger und Hetzner?
Hostinger stellt eigene Hardware in fremde Rechenzentren, in Deutschland seit Oktober 2024 bei Digital Realty in Frankfurt am Main. Hetzner betreibt eigene Rechenzentrumsparks in Nürnberg, Falkenstein und Helsinki sowie Einzelstandorte in Ashburn, Hillsboro und Singapur. Beide betreiben ein eigenes Netz unter eigener AS-Nummer.
Wer ist bei Hostinger mein Vertragspartner?
Für Kunden in Deutschland ist es nach Abschnitt 2 der AGB in der Fassung vom 15. Juli 2026 die HOSTINGER INTERNATIONAL LIMITED mit Sitz in Larnaka, Zypern. Deutschland wird dort nicht eigens genannt, es fällt unter die Auffangregel für alle übrigen EU-Länder. Rechtswahl und Gerichtsstand sind Luxemburg, soweit dem keine zwingenden Verbraucherrechte entgegenstehen. Wer geschäftlich bucht, kann sich auf diesen Verbrauchervorbehalt nicht berufen.
Hat Hetzner eine Mindestlaufzeit?
Nein. Die Webhosting-Produktseite weist ausdrücklich keine Mindestlaufzeit aus, und die AGB sehen in Ziffer 2.6 eine Kündigungsfrist von 30 Tagen zum Monatsende vor. Das ist nicht dasselbe wie jederzeit kündbar: wer am 20. kündigt, kommt nicht zum Monatsende desselben Monats heraus.
Für wen ist Hetzner die falsche Wahl?
Für alle, die keinen Server administrieren wollen und einen Menschen am Telefon brauchen. Cloud- und Root-Server sind unmanaged, Software-Support ist ausdrücklich ausgeschlossen, Backups kosten extra, und telefonischen Rechenzentrums-Support gibt es nur für Dedicated Server mit aktiviertem Telefonpasswort.

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  • · Erstveröffentlichung. Alle Preise und Vertragsangaben am 25.07.2026 an den Originalquellen geprüft.